Nächster Zungenschlag


Sonntag, 17 Oktober 2010, 19.00 Uhr im Opernzelt.
Vorverkauf ab 5. bzw. 10. September (s. Tickets/Termine)



Zungenschlag Audio


Teil 1

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"Zungenschlag" e.V.
Sandgasse 2
69117 Heidelberg

Tel: 0 62 21 / 45 10 32

 
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Temperatur macht Temperament!
105. "Heidelberger Zungenschlag" im Opernzelt, das einer "Städtischen Sauna" glich

Von Jutta Schneider (RNZ 9. Juni 2010)

Deutschland orientiert sich derzeit in Nord-Süd-Richtung. Kein Wunder: Oslo liegt schließlich ziemlich weit oben und Kapstadt ganz unten auf der Weltkarte. An diesen prägnanten Eckpunkten kam auch das Team des Heidelberger "Zungenschlags" nicht vorbei und richtete den 105. seiner Art daran aus. Im ersten Teil des Abends galt es allerdings, akustisch gegen unwetterartigen Regen anzuspielen, der auf das Zeltdach des Opernzeltes prasselte. Einzelne Zuschauer im voll besetzten Opernzelt wurden vom Rest des Publikums beneidet: Von oben tröpfelte es ein wenig, so dass sie Abkühlung bekamen in der "Städtischen Sauna", wie Gastgeber Naumer treffend bemerkte. Seine "Assistänzerin" Warth brachte es dann auf den Punkt: "Temperatur macht Temperament!". Sie suchte den ganzen Abend nach ihrer Mitte und fand sie - nach Kostümierungen als Pinguin und italienischer Eisverkäuferin - letztlich im indischen Tempeltanz. Ommm! Ebenfalls schräg kostümiert war jene Damengesangsgruppe, die, seit 20 Jahren bekannt als "1.FC Heidelberg", unter Leitung von Bernhard Bentgens einen kurzen Vorgeschmack auf ihr Konzert gab. Wie immer las Axel Naumer aus seinem Tagebuch, nahm sich dabei den ex-höchsten Mann im Staate zum Vorbild und gab die beleidigte Leberwurst. Apropos Bundespräsident: Die Bundesversammlung dürfte am 30. Juni komplett sein - in Kapstadt ist spielfrei. Dorthin verschlug es auftragsbedingt auch Hörspiel-Detektiv Harry Stahl (Jean-Michel Räber) nebst Dauerfreundin Gerda, wo sie allerhand WM-Ungemach erlebten. Löwen trieben Gerda auf einen Affenbrotbaum, aber Retter Harry nahte sogleich. Wer dann letztlich das WM-Finale bestreiten würde, stand in den Sternen. Auch Thomas C. Breuer spekulierte fleißig über WM-Konstellationen: Nach diversen Staatspleiten könnte ein Spiel Deutschland-Griechenland echt spannend werden. Musikalisch war es weniger spannend, aber umso zauberhafter mit Nina Wurmans Interpretation von Stevie Wonders "If It's Magic". Und mit "Atlantic View" von Pianist Wolf Mayer präsentierte die "Zungenschlag"-Band "Schlag auf Schlag" einmal mehr eine gelungene eigene Komposition. Sie zeigte ihr Können außerdem zusammen mit dem stimmlich bestens ausgestatteten Abendgast Stefan Gwildis aus Hamburg, zu dessen Spezialitäten es gehört, englischsprachige Evergreens deutsch umzutexten. Allerdings sind Zeilen wie "Lehn' dich zurück, lass' die Sonne einfach scheinen" eher gewöhnungsbedürftig. Ein Nord-Süd-Gefälle war an diesem Abend nicht auszumachen. In Heidelberg gibt es jedenfalls keines, ganz im Gegenteil, wie Thomas C. Breuer feststellte. Denn hier fliegen sogar die Papageien nordwärts, und die hiesige Riviera (=Neckarwiese) liegt am nördlichen Flussufer. Noch tiefer im Süden ist die Bayerin Luise Kinseher zu Hause, die zwar einbayrisches Abitur hat, aber auch eine Klaustrophobie, die sie am Absperren öffentlicher Toilettentüren hindert; stattdessen singt sie laut. Am Ende hatte der Regen aufgehört und das Publikum ließ niemanden im selbigen stehen und applaudierte kräftig.


Kein bisschen frühjahrsmüde
104. Zungenschlag im Opernzelt. Zu Gast: Werner Schneyder

Von Jutta Schneider (gekürzt in der RNZ 13.4.2010)

Der langersehnte Frühling, nun ist er endlich da! Und sogleich wurde er Motto des 104. Zungenschlags. Zunächst war aber Gastgeber Herr Naumer von der Frühjahrsmüdigkeit übermannt worden und verpennte seinen Auftritt, also übernahm "Assistänzerin" Frau Warth die Begrüssung des Publikums im voll besetzten Opernzelt. Da es um alles ging, was aufbricht und sprießt, animierte sie - passend im Blumenkleid mit Topfpflanzenhut auf ganzjährige Blütezeit eingestellt - das Publikum, mit Osterglockenmeditation und Pfingstrosenfango gruppendynamisch aktiv zu werden. Herr Naumer hatte dann doch so einiges zu bieten, indem er nicht nur in süßlicher Frühlingspoesie schwelgte, sondern aktuelle Sprechblasen unserer Politiker ausgeschlafen kommentierte.

Thomas C. Breuer sinnierte über Aufbruchstimmung im Ländle und darüber hinaus: Man kann gegen die EU sagen, was man will, aber sowas wie den Oettinger hat selbst sie nicht verdient. A propos Frühling (und zwar der Heidelberger): Zuversichtlich bemerkte Breuer, dass sich dank dessen Prospekt, auf dem klassische Musiker neuerdings auch "aussehen" müssen, vermehrt junge Leute für E- Musik zu interessieren scheinen. Schön, oder?

Auch Sängerin Nina Wurman war im Frühlingstaumel mit einer wunderschönen Interpretation von "It's a Wonderful World", begleitet von der Zungenschlag Band "Schlag auf Schlag", und sie blieb später mit Rosemie Warth, Patrick Bach und Bernhard Bentgens als A-Capella Quartett "Triologie Plus" ebenfalls blumig: "Sah ein Knab' ein Röslein steh'n".

Als die um Schlagzeuger Dirik Schilgen entstandene bemerkenswerte sechsköpfige Formation "JazzGrooves" mit Kostproben aus ihrer neuesten CD "Plenty of" loslegte, kamen Jazzliebhaber voll auf ihre Kosten. Absolut Hörenswert! Ebenso das "Hörspiel", dessen Protagonist Privatdetektiv Harry Stahl (Jean Michel Räber) im Jahr 2040 aus dem Augustinum auf Heidelberg hinunterblickte. Auf der Suche nach verschwunden geglaubten Unterschriftenlisten zum Bürgerbegehren von 2010 gegen den Stadthallenanbau traf er Freundin Gerda, die diese leider im Neckar versenkte. So wird uns für immer verborgen bleiben, ob es ihre fehlende Unterschrift gewesen sein könnte, weshalb eine verhunzte Stadthalle dereinst nicht die einzige Bausünde in Heidelberg bleiben wird.

War es sein zweiter oder gar dritter Frühling, der Kabarettist Werner Schneyder veranlasst hatte, sich nach 10 Jahren Abwesenheit doch wieder auf die (zu unserem Glück auch Zungenschlag-) Bühnenbretter zu stellen? Angesichts der derzeitigen Realsatire konnte der selbsternannte "Kabarentner" als ehemaliges Mitglied der "Münchner Lach- & Schießgesellschaft" wahrscheinlich gar nicht anders und musste vor einem Jahr wieder "rückfällig" werden. Mit Pianist Christoph Pauli präsentierte er bissig und ohne jegliche Abnutzungserscheinungen Lieder und Texte, in denen er den Finger in die klaffenden Wunden unseres Staates legt. Denn: Sind wir nicht alle Statisten des realen Monopoly und subventionieren Banken, damit sie uns das zurückgeben können, was sie uns vorher geklaut haben? Und all das basierend auf der Wachstumsideologie. Man stelle sich sowas in der Natur vor - so blöd ist doch kein Baum! Jene, die ein Wirtschaftswunder wie in den Fünfziger Jahren herbeisehnen, erinnert der große Sprachakrobat Schneyder daran, dass vorher erst einmal alles niedergebombt werden musste. Höchste Zeit, dass einer das unseren Politikern und ihren Wählern in ihr offenbar verloren gegangenes Gedächtnis zurückruft.



Kehrwoche auf der Milchstraße
In die Weiten des Universums: Der 103. ?Heidelberger Zungenschlag? im Opernzelt - Stargast waren Pe Werner und Fatih Çevikkollu

Von Jutta Schneider (Rhein-Neckar-Zeitung vom 02. Februar 2010)

Für nicht Eingeweihte bleibt sie ein Rätsel, für Kenner von Douglas Adams' Klassiker ?Per Anhalter durch die Galaxis? ist sie das Maß aller Dinge: die Zahl 42. Gastgeber Axel Naumer brachte damit die Zuschauer des 103. ?Zungenschlags? auf die thematische Spur des Abends, die ins Universum führen sollte. Sogleich entdeckte ?Assistänzerin? Frau Warth - ein Fixstern des Zungenschlags - dazu ihre neueste Berufung, das In-den-Sternen-Lesen, und behauptete, im selben Sternbild geboren zu sein wie Aphrodite, die Schaumgeborene. Beim Zeus! Schaum braucht sie auch reichlich, wenn sie als Welt-Raumpflegerin bei der Kehrwoche auf der Milchstraße Sterneputzen will. Mit ?Yes, I kann!? bekannte sie sich zum sprachlichen Idiom der verglühenden schwäbischen Supernova Oettinger. Die kosmopolitische Neurose lässt grüßen. ?Sänk ju väri matsch?, meinte dazu Thomas C. Breuer und nahm weitere universale Schlagzeilen aus neuester Zeit unter die Lupe, oder besser, vors Teleskop. Vor 50 Jahren noch ein bedeutungsloses Fischerdorf und in drei Jahren wieder: Dubai or not Dubai? Zitronat, Orangeat, Sultanat. Allah dann! Und: Minarette ja- aber bitte nur verschleiert. Wie immer einleuchtendes Dreigestirn war ?Triologie? mit Nina Wurman, Rosemie Warth und Bernhard Bentgens und der Acappella -Interpretation des Beatles-Klassikers ?Lucy in the Sky With Diamonds?. ?Spacig? ging es auch zu in Bassist Stephan Schmolcks Komposition ?Skyway?, dargeboten von der Zungenschlag-Band ?Schlag auf Schlag?. Nach einem Hilferuf der Erzdiözese Freiburg (?Gott ist verschwunden!?) begab sich mittels Weltall-Fahrschein vom Discounter Hörspiel-Privatdetektiv Harry Stahl, Alter Ego von Jean Michel Räber, in die unendlichen Weiten des Alls, und landete letztlich am Heidelberger Hauptbahnhof. Ob er dort möglicherweise den Herrn gefunden hat, wo angesichts des Winterwetters absoluter Stillstand war, das göttliche Nichts herrschte? Pax vobiscum, Bahnreisende. Auch dieser Zungenschlag hatte wieder Gäste zu bieten: Den etwas erdnäheren Weltraum besang Pe Werner mit dem Mond als Thema ihrer Lieder. Ihre Stimme klingt sicher großartig, vorausgesetzt die elektronische Verstärkung wird entsprechend dosiert; gleiches gilt auch für den Klang ihres begleitenden Streichquartetts ?Strings DeLuxe?, aber leider hatte die künstliche Lautstärke den Hörgenuss deutlich geschmälert und verzerrt, so dass der Himmel nicht voller Geigen hing. Ein weiterer Gast des Abends war Fatih Çevikkollu, ehemaliges Ensemblemitglied des Düsseldorfer Schauspielhauses, der aber nun in die Niederungen der Privatsender-Komik abgedriftet ist und Ausschnitte aus seinem aktuellen Solo-Programm ?Komm zu Fatih? bot. Darin konstatiert er: Die Gedanken sind frei, auch wenn sie doof sind. Wohl wahr. Es bleibt der Nachgeschmack, dass hier zwei Künstler eingekauft worden waren, die im Rahmen ihrer aktuellen Werbetouren nun halt auch in Heidelberg gastierten, die aber mit ihren Textbeiträgen zum sonstigen Esprit des Zungenschlagseher nicht so recht passen wollten.


Protokoll der Jahreshauptversammlung am Samstag, dem 30 Januar 2010/17.00 Uhr
Gaststätte "Zum Löwen", Mühltalstraße 1, 69121 Heidelberg

anwesend sind: 05 aktive Mitglieder, 03Fördermitglieder


TOP1 Begrüßung

Um 17.10 Uhr eröffnet der 1.Vorsitzende die Versammlung, begrüßt die Anwesenden, stellt die fristgemäße Einladung und die Beschlussfähigkeit fest.

Schriftliche Anträge liegen nicht vor.

Die Tagesordnung wird einstimmig beschlossen.

Tagesordnung:
TOP1 Begrüßung
TOP2 Jahresbericht des Vorstandes
TOP3 Jahresbericht des Kassenwartes
TOP4 Aussprache
TOP5 Ausblick auf die Saison / Verschiedenes
TOP6 Fragen aus der Mitgliedschaft


TOP 2 Jahresbericht des Vorstands

Der "Zungenschlag" e.V. hat im Berichtszeitraum wie geplant vier "Zungenschlag"-Veranstaltungen als Gastspiele durchgeführt, drei im Theater der Stadt Heidelberg und einen im Opernzelt an der Alten Feuerwache. Alle vier Abende waren mit jeweils über 550 Besuchern ausverkauft.

Alle Veranstaltungen wurden vom Südwestrundfunk mitgeschnitten und ausgestrahlt.

Die Mitschnitte der "Zungenschlag"-Abende sind weiterhin als Audio-File im Internet unter www.zungenschlag.de abzurufen.

Als besonderes Ereignis wurde der 100. Zungenschlag hervorgehoben.

Im Juni 2009 fand der vorerst letzte Abend im Theater statt. Seit Herbst 2009 gastiert der Zungenschlag in der Ersatzspielstätte des Theaters (Opernzelt) an der Alten Feuerwache.
Im Zuge dieser Veränderung wurde auf Bitten des Theaters auch der Modus des Vorverkaufs neu gestaltet. Der freie Verkauf läuft nun ab dem 10. des Vormonats über die Theaterkasse. Unsere Fördermitglieder können weiterhin bevorzugte Karten über das Zungenschlag-Kartentelefon beziehen, bereits ab dem 5. des Vormonats. Abonnenten des Theaters haben diese Möglichkeit an der Theaterkasse.

Zahl der Fördermitglieder (Stand 31.1.2010): 137

TOP 3 Jahresbericht des Kassenwart

Die Kasse wurde geprüft.

Die Versammlung verzichtet auf die Verlesung des Kassenberichts.

Der Bericht liegt in der Geschäftsstelle vor und kann dort eingesehen werden.


TOP 4 Aussprache

Es gibt keine Wortmeldungen


TOP 5 / Ausblick auf die nächste Saison

Auch 2010 werden wieder 4 Veranstaltungen stattfinden. Der SWR überträgt auch 2010 alle Veranstaltungen.

Aufgrund der Umbauarbeiten finden alle "Zungenschläge" im Opernzelt an der Alten Feuerwache statt.

Die Organisation der Veranstaltungen im Zelt hat sich als aufwändig erwiesen. Offen Fragen müssen in einem Gespräch mit der Theaterleitung geklärt werden.


TOP 6 / Fragen aus der Mitgliedschaft

Es wurden Fragen zum neuen Modus des Vorverkaufs gestellt.



Der Vorsitzende schließt die Sitzung um 17.40 Uhr


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